Öffentliche Finanzen · Kommunen
Kommunale Verschuldung nach Bundesland
Die Kommunen in Deutschland waren Ende 2024 mit durchschnittlich 1.845 € je Einwohner verschuldet — gemeint sind die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände beim nicht-öffentlichen Bereich (Kernhaushalte). Wie hoch die Pro-Kopf-Schuld ist, hängt stark vom Bundesland ab: von 425 € in Brandenburg bis 3.006 € in Nordrhein-Westfalen — mehr als das Siebenfache. Rechnet man Extrahaushalte und kommunale Unternehmen hinzu (integrierte Schulden), liegt die Belastung deutlich höher.
(Kernhaushalte)
Zwischen Brandenburg (425 €) und Nordrhein-Westfalen (3.006 €) liegt mehr als das Siebenfache — bei der Pro-Kopf-Schuld der Kernhaushalte.
Zur Karte →Wo die Kommunen am höchsten verschuldet sind
Fünf Klassen vom niedrigsten bis zum höchsten Land — Kernhaushalts-Schuld je Einwohner. Der Westen (Nordrhein-Westfalen, Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz) liegt vorn, der Osten überwiegend darunter. Berlin, Hamburg und Bremen sind grau: Stadtstaaten haben keine getrennte kommunale Ebene. Fahre über ein Land für den Betrag — oder wechsle zur Tabelle.
- bis 755 €
- über 755 bis 1.374 €
- über 1.374 bis 1.723 €
- über 1.723 bis 2.386 €
- über 2.386 €
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| Bundesland | € je Einwohner |
|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 3.006 € |
| Hessen | 2.521 € |
| Saarland | 2.488 € |
| Rheinland-Pfalz | 2.232 € |
| Niedersachsen | 2.223 € |
| Schleswig-Holstein | 1.598 € |
| Sachsen-Anhalt | 1.536 € |
| Bayern | 1.447 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.081 € |
| Baden-Württemberg | 817 € |
| Sachsen | 714 € |
| Thüringen | 515 € |
| Brandenburg | 425 € |
⚠ Kernhaushalte, Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich. Berlin, Hamburg und Bremen werden auf der Länderebene geführt und erscheinen nicht in der kommunalen Statistik.
Kommunale Schulden je Einwohner — die 13 Flächenländer
Kernhaushalts-Schuld je Einwohner, absteigend. In der Tabelle steht daneben die integrierte Schuld — also inklusive Extrahaushalte und kommunaler Unternehmen.
| Bundesland | Kernhaushalte / Einw. | integriert / Einw. |
|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 3.006 € | 5.271 € |
| Hessen | 2.521 € | 6.291 € |
| Saarland | 2.488 € | 6.100 € |
| Rheinland-Pfalz | 2.232 € | 4.253 € |
| Niedersachsen | 2.223 € | 4.568 € |
| Schleswig-Holstein | 1.598 € | 3.718 € |
| Sachsen-Anhalt | 1.536 € | 4.161 € |
| Bayern | 1.447 € | 3.453 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.081 € | 4.550 € |
| Baden-Württemberg | 817 € | 4.391 € |
| Sachsen | 714 € | 3.148 € |
| Thüringen | 515 € | 3.594 € |
| Brandenburg | 425 € | 2.587 € |
| Schnitt der Flächenländer | 1.845 € | 4.448 € |
⚠ Kernhaushalte und integrierte Schulden je Einwohner, endgültige Jahresergebnisse. Rheinland-Pfalz sank 2024 durch den Kommunalen Entschuldungsfonds deutlich.
Kernhaushalt oder integriert — was die Zahl umfasst
Die integrierte Schuld schließt den Kernhaushalt ein und rechnet Extrahaushalte sowie die anteiligen Schulden kommunaler Unternehmen (Stadtwerke, Wohnungs- und Verkehrsbetriebe) hinzu. Deshalb ist sie im Schnitt gut doppelt so hoch. Beide Zahlen sind echt — sie messen unterschiedlich weit.
= integrierte Schuld 4.448 € je Einwohner (Schnitt der Flächenländer)
⚠ Der Restbetrag umfasst Extrahaushalte und die anteiligen Schulden kommunaler Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (FEU). Werte gerundet.
Verschuldung in deinem Bundesland
Jedes Flächenland mit der Kernhaushalts-Schuld je Einwohner. Tipp den Namen für die Detailseite. Die drei Stadtstaaten führen keine getrennte kommunale Ebene.
- Nordrhein-Westfalen3.006 €
- Hessen2.521 €
- Saarland2.488 €
- Rheinland-Pfalz2.232 €
- Niedersachsen2.223 €
- Schleswig-Holstein1.598 €
- Sachsen-Anhalt1.536 €
- Bayern1.447 €
- Mecklenburg-Vorpommern1.081 €
- Baden-Württemberg817 €
- Sachsen714 €
- Thüringen515 €
- Brandenburg425 €
- Berlinkeine kommunale Ebene
- Bremenkeine kommunale Ebene
- Hamburgkeine kommunale Ebene
Was die kommunale Pro-Kopf-Schuld zeigt — und was nicht
Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände beim nicht-öffentlichen Bereich (Banken, Kreditinstitute, private Gläubiger), umgelegt auf die Einwohnerzahl. „Kernhaushalte" meint die eigentlichen kommunalen Haushalte ohne ausgegliederte Betriebe. Quelle ist die amtliche Schuldenstatistik des Statistischen Bundesamts zum Jahresende.
Die Kernhaushalts-Schuld ist die enge, gut vergleichbare Zahl. Daneben steht die integrierte Schuld: Sie rechnet Extrahaushalte und kommunale Unternehmen (Stadtwerke, Wohnungs- und Verkehrsbetriebe) anteilig hinzu und ist deshalb deutlich höher — je nach Land das Zwei- bis Fünffache. Beide Zahlen sind echt; sie messen nur unterschiedlich weit. Ein hoher Wert heißt nicht automatisch „schlecht gewirtschaftet": Struktur, Aufgabenlast und Investitionen unterscheiden sich stark.
Berlin, Hamburg und Bremen fehlen im Ländervergleich — nicht aus Datenmangel, sondern aus Systematik: In den Stadtstaaten gibt es keine von der Landesebene getrennte kommunale Ebene, ihre Schulden zählen zur Länderstatistik. Der „Schnitt" bezieht sich daher nur auf die 13 Flächenländer. Der belastbare Pro-Kopf-Ländervergleich liegt zum jeweils zuletzt endgültig ausgewerteten Jahresende vor; unterjährige Aggregate für den Bund sind aktueller, aber nicht nach Ländern aufgeschlüsselt.
Kurz beantwortet
Wie hoch ist die kommunale Verschuldung je Einwohner 2024?
Im Schnitt der 13 Flächenländer 1.845 € je Einwohner (Kernhaushalte, Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich, Stand Jahresende 2024). Die Spanne reicht von 425 € in Brandenburg bis 3.006 € in Nordrhein-Westfalen. Rechnet man Extrahaushalte und kommunale Unternehmen hinzu, sind es im Schnitt 4.448 € je Einwohner (integrierte Schulden).
Was ist der Unterschied zwischen Kernhaushalt und integrierten Schulden?
Der Kernhaushalt umfasst nur die Schulden des eigentlichen kommunalen Haushalts. Die integrierte Schuld rechnet zusätzlich die Extrahaushalte und die anteiligen Schulden kommunaler Unternehmen (etwa Stadtwerke, Wohnungs- und Verkehrsbetriebe) hinzu. Deshalb ist die integrierte Zahl deutlich höher — sie zeigt die gesamte kommunale Schuldenlast, der Kernhaushalt den engeren, besser vergleichbaren Kern.
Warum fehlen Berlin, Hamburg und Bremen im Vergleich?
Weil die Stadtstaaten keine von der Landesebene getrennte kommunale Ebene haben. Ihre Schulden werden in der amtlichen Statistik der Länderebene zugeordnet, nicht der kommunalen — es gibt dort schlicht keine eigene Gemeinde-Statistik. Der Flächenländer-Schnitt bezieht sich deshalb auf 13 Länder.
Bedeutet eine hohe Pro-Kopf-Schuld schlechte Haushaltsführung?
Nicht zwangsläufig. Die Höhe hängt von Aufgabenlast, Sozialausgaben, Investitionen und der Wirtschaftskraft einer Region ab. Kredite finanzieren auch Schulen, Straßen und Netze. Die Zahl ist eine Momentaufnahme des Schuldenstands, keine Bewertung der Finanzpolitik — und sie sagt nichts über das kommunale Vermögen.
Woher stammen die Zahlen?
Aus der Schuldenstatistik des Statistischen Bundesamts (Destatis), „Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts" bzw. „Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände". Es sind endgültige Jahresergebnisse zum Jahresende, Datenlizenz Deutschland (dl-de/by-2-0).