Preise · Verbraucherpreisindex

Lebenshaltungskosten: was wie stark teurer wurde

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind von 2020 bis 2025 um +21,9 % gestiegen — gemessen am Verbraucherpreisindex über alle Waren und Dienstleistungen. Der Anstieg verteilt sich aber sehr ungleich: Nahrungsmittel legten mit +36,2 % am stärksten zu, während post & telekommunikation mit −1,6 % als einzige Gruppe sogar günstiger wurden. Welcher Teil des Warenkorbs wie viel wiegt und wie stark er sich verteuert hat, zeigen die beiden Grafiken.

+21,9 %Gesamt-Teuerung
2020–2025
Verbraucherpreisindex über alle Waren und Dienstleistungen, Basis 2020 = 100 (aktuell 121,9). Der Durchschnitt verdeckt große Unterschiede zwischen den Gruppen.
12 Warenkorb-GruppenDestatis VPIBasis 2020 = 100
Spanne der Gruppen
−1,6 % … +36,2 %

Von post & telekommunikation (günstiger) bis Nahrungsmittel — der Warenkorb ist sehr ungleich teurer geworden.

Zu den Gruppen →
Grafik · Preisänderung 2020–2025

Diese Teile des Lebens wurden am stärksten teurer

Preisänderung je Warenkorb-Gruppe gegenüber 2020, sortiert. Die Linie markiert null Prozent — nur Post & Telekommunikation liegt links davon (billiger).

⚠ Jahresdurchschnitte, Basis 2020 = 100. Der Index misst Preise eines festen Warenkorbs, nicht die Ausgaben eines einzelnen Haushalts.

Grafik · Warenkorb-Gewichte

Wofür ein Durchschnittshaushalt sein Geld ausgibt

Anteil jeder Gruppe am Warenkorb (Wägungsschema 2020). Wohnen und Energie wiegen mit Abstand am schwersten — deshalb schlägt schon ein moderater Anstieg dort stark auf die Gesamtinflation durch.

⚠ Die Gewichte bilden die Ausgabenstruktur eines Durchschnittshaushalts ab; einzelne Haushalte weichen ab.

Zahlen einordnen

Was der Warenkorb-Index zeigt — und was nicht

Was die Zahl zeigt

Der Verbraucherpreisindex misst, wie sich die Preise eines festen Warenkorbs entwickeln — aufgeteilt in zwölf Gütergruppen (COICOP-Abteilungen) von Nahrungsmitteln über Wohnen und Energie bis zu Freizeit. Jede Gruppe hat ein Gewicht, das ihrem Anteil an den Ausgaben eines Durchschnittshaushalts entspricht. Basisjahr ist 2020 = 100; ein Indexwert von 130 bedeutet also 30 % höhere Preise als 2020.

Wie du sie liest

Zwei Zahlen gehören zusammen: das Gewicht (wie viel eine Gruppe im Budget ausmacht) und die Preisänderung (wie stark sie teurer wurde). Eine kleine Gruppe mit hohem Anstieg belastet das Haushaltsbudget weniger als eine große mit moderatem. Deshalb treibt Wohnen/Energie die Gesamtinflation stark mit, obwohl es „nur" moderat gestiegen ist — es ist mit gut einem Viertel des Warenkorbs die schwerste Gruppe. Der Gesamtindex ist das mit den Gewichten gebildete Mittel aller zwölf Gruppen.

Wo die Grenze liegt

Der Index misst Preise, nicht die tatsächlichen Ausgaben eines einzelnen Haushalts. Wer viel Auto fährt, kaum Miete zahlt oder überdurchschnittlich viel für Lebensmittel ausgibt, erlebt eine andere persönliche Teuerung als der Durchschnitt. Die Gruppe „Wohnung, Wasser, Energie" mischt moderate Mieten mit den stark schwankenden Energiepreisen und verwässert deren Ausschlag. Es sind Deutschland-Werte; regionale Unterschiede bildet der Index nicht ab. Und: 2020 als Basisjahr fiel in die Corona-Zeit mit teils gedrückten Preisen — der Anstieg misst ab diesem Startpunkt.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie stark sind die Lebenshaltungskosten seit 2020 gestiegen?

Um +21,9 % von 2020 bis 2025, gemessen am Verbraucherpreisindex über alle Gütergruppen (Basis 2020 = 100). Das ist der Durchschnitt; einzelne Gruppen sind deutlich stärker oder schwächer gestiegen.

Welche Ausgaben sind am stärksten teurer geworden?

Am stärksten Nahrungsmittel mit +36,2 % und gaststätten & hotels mit +31,7 % (2020–2025). Lebensmittel- und Gaststättenpreise haben besonders spürbar zugelegt, weil hier Energie-, Rohstoff- und Lohnkosten zusammenkommen.

Ist irgendetwas günstiger geworden?

Ja: Post & Telekommunikation ist die einzige Gruppe mit fallenden Preisen — −1,6 % gegenüber 2020. Telefon- und Internetdienste sowie zugehörige Geräte sind über die Jahre real billiger geworden. Alle anderen elf Gruppen sind gestiegen.

Warum treibt Wohnen die Inflation, obwohl es nur moderat gestiegen ist?

Weil „Wohnung, Wasser, Energie" mit rund 25,9 % das mit Abstand größte Gewicht im Warenkorb hat. Selbst der moderate Anstieg von +17,5 % schlägt wegen dieses Gewichts stark auf den Gesamtindex durch. Innerhalb der Gruppe steigt die Nettokaltmiete langsam, während die kleineren Energie-Posten (Strom, Gas, Heizöl) 2022/2023 sprunghaft teurer wurden — im Gruppenschnitt mittelt sich das heraus.

Sind das meine persönlichen Kosten?

Nicht unbedingt. Der Index beschreibt einen Durchschnittshaushalt. Deine persönliche Teuerung hängt davon ab, wofür du dein Geld ausgibst: Wer viel Auto fährt, ein Eigenheim ohne Miete bewohnt oder viel auswärts isst, weicht vom Durchschnitt ab. Der Index ist eine Orientierung, kein individueller Kassenzettel.

Woher stammen die Zahlen?

Aus dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts (Destatis), Jahresdurchschnitte nach den zwölf COICOP-Gütergruppen, Basis 2020 = 100, ergänzt um das amtliche Wägungsschema. Datenlizenz Deutschland (dl-de/by-2-0). Zur Kontrolle reproduziert das mit den Gewichten gebildete Mittel der Gruppen den amtlichen Gesamtindex.

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